Detail


Angkor Wow!
(Kambodscha, 2013)
Berliner Tempel-Truppe
Das gewaltige Herrschaftsgebiet der Khmer war im südostasiatischen Raum über ca. 400 Jahre das geopolitische Gegengewicht zu den großen Anrainer-Reichen der Cham und Siam. Bereits ab dem frühen 9. Jhd. errichteten die Khmer aufgrund ihrer beeindruckenden Baukunst und pfiffigen Agrareffizienz fortwährend beachtliche Tempel zu Ehren hinduistischer Gottheiten. Vor allem Vishnu war als Schirmherr ziemlich angesagt. Unter der Regie der Großkönige Suryavraman II und Jayavarman VII entstand das einzigartige kulturreligiöse Epizentrum „Angkor Wat“ (bzw. „Angkor Thom“), die größte zusammenhängende Tempelanlage der Welt. Historiker gehen davon aus, dass im Zenit der Angkor-Epoche ca. eine Million Menschen im Einzugsgebiet der gigantischen Tempelstadt lebten und arbeiteten; zur gleichen Zeit zählte London ungefähr so viele Einwohner wie Suhl kurz vor der Wende.
Angkor Wat ist der Touristen-Magnet des Landes schlechthin. Die nationale Bedeutung der mächtigen Bauten fungiert bis heute als Rückgrat der ethnischen Identität Kambodschas. Die Landesflagge wird von den drei unverwechselbaren Prasats der Angkor-Silhoutette geziert. Jedes zweite Geschäft, Lokal oder Hotel führt das Präfix „Angkor“ im Namen, was mitunter die Orientierung etwas verkompliziert. Eine Biersorte heißt übrigens auch so; eine andere klingt fast so. Umso verwunderlicher erscheint die Tatsache, dass das gesamte Angkor-Gelände vom Mineralölkonzern Sokimex „betrieben“ wird. Der Staat kriegt nur die Grundpacht, Sokimex kassiert die Eintrittsgelder und Standmieten.
Von Angkor geht eine überwältigende magische Anziehungskraft aus. Schon bei der ersten Visite mit Sven-Uwe (14 Stunden Tour per Damenrad-mit-schmuckem-Frontkörbchen) setzte sich der innere Grundstein für die dreitägige Wiederkehr mit Julia quasi wie von selbst. Viele der kolossalen Ruinen sind im Laufe der Jahrhunderte eine faszinierende Symbiose mit der Natur eingegangen. Gewaltige Würgefeigen haben ihr feudales Wurzelwerk zwischen die dicken Felsquader geschlagen – nicht immer zugunsten der Statik. Eine versunkene Welt mit monumentaler Atmosphäre.
Bemerkenswert sind auch die wunderschönen Apsara-Fresken, steinerne Reliefe junger Tänzerinnen, die tausendfach an und in den Tempeln zu bestaunen sind. Das Besondere an ihnen ist ihre buchstäbliche Einzigartigkeit, denn keine Apsara gleicht der anderen. Die Unterschiede lassen sich in Gestik, Mimik, Schmuck und Kleidung leicht finden. Passend zum Thema gab es kürzlich einen interessanten Artikel auf spiegel.de, wie die Kölner Archäologen-Truppe von Prof. Leisen einen Mammutanteil zur Konservierung und Restauration der Schönheiten beiträgt. Germany, good country!
Bei der Besichtigung fallen die unsägliche Hitze, der Staub oder die schweißtreibenden Wege nicht negativ ins Gewicht. Das sind gewollte Opportunitätskosten. Störend sind die schier endlosen Horden chinesischer Kurz-Ausflügler in signalfarbener Funktionskluft, die ihr gesamtes Kamera-Tablet-Smartphone-Equipment im Dauerfeuer auf jeden Stein richten – meistens mit 1+n anderen Chinesen im Vordergrund. Man wird unweigerlich Zeuge einer völlig inflationären SD-Kartenspeicherorgie, die jedweden Sinn für fotografische Ästhetik und Taktgefühl für die Umgebung vermissen lässt. Die Chinesen sind so damit beschäftigt, eine digitale Kopie der Sehenswürdigkeiten anzulegen, ohne dabei deren Atmosphäre nachzuspüren. Es ist verdammt schwierig, während der Kernbesuchszeit touristenfreie Bilder in Angkor zu schießen. Geduld, Timing und´n jutet Schweißtuch sind kriegsentscheidend.
Trotz Chinesen-Invasion kommt man sich in den versunkenen Tempeln von Angkor ein wenig vor wie Indiana Jones oder Lara Croft, wenn man durch die monumentalen Zeitzeugen taucht. Immerhin hielt Ta Prohm schon als Filmkulisse für „Tomb Raider“ her – was sonst. Auch im jüngsten „Scorpion-King“ Sequel wird an Original Angkor-Schausplätzen die Axt geschwungen, was aber bei weitem das einzige Qualitätsmerkmal des Films ist. Die Galerien zeigen eine Auswahl der besten Fotos aus insgesamt vier Expeditionstagen. Sie kommen aber nicht im Geringsten an die stimmungsgerahmten Bilder in unseren Köpfen heran. Angkor Wow eben.
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Kommentar
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Kalle (am 19.02.13 um 13:39)
Der Wind of Change bläst ja schon paar Tage durch Angkor Wat ... das passen die Scorpions schon irgendwie rein.
Der Wind of Change bläst ja schon paar Tage durch Angkor Wat ... das passen die Scorpions schon irgendwie rein.
sujaxperte (am 19.02.13 um 13:18)
Architektur des Minnegesangs, auf keinen Fall klassisch.
Architektur des Minnegesangs, auf keinen Fall klassisch.
suja, Vateran (am 19.02.13 um 13:06)
So schön. (Scorpion King finde ich aber immer noch besser als die Scorpions)
So schön. (Scorpion King finde ich aber immer noch besser als die Scorpions)

Kilimanjaro Teil 7: Abschied vom Berg
(Tansania, 2012)
Der siebente Tag unserer Tour war auch gleichzeitig der letzte. Er bestand aus ca. 3 Stunden Wanderschaft ins Tal, vom Mweka Camp auf ca. 3.100m zum Mweka Gate auf ca. 1.800m. Er bot Gelegenheit, das Erlebte noch einmal zu reflektieren und mit anderen Gruppen gemachte Erfahrungen auszutauschen. ...weiterlesenUlli (am 07.01.13 um 14:31)
Ohja, wirklich schöner Bericht und schöne Bilder. Das lädt richtig ein es dir nach zu tun. Grüüüße! Dein neidischer Arbeitskollege
Ohja, wirklich schöner Bericht und schöne Bilder. Das lädt richtig ein es dir nach zu tun. Grüüüße! Dein neidischer Arbeitskollege
Mt. Kalle (am 26.11.12 um 12:58)
\"4.100 Höhenmeter an einem Tag - der absolute Killer\" ... Jesus! Wenn wir mal gemeinsam uffn Berch gehen, dann nicht in dieser Groessenordnung. Hab immer noch Blisters vom \"Winnie Poonie\" ...
\"4.100 Höhenmeter an einem Tag - der absolute Killer\" ... Jesus! Wenn wir mal gemeinsam uffn Berch gehen, dann nicht in dieser Groessenordnung. Hab immer noch Blisters vom \"Winnie Poonie\" ...
Andreas (am 31.10.12 um 08:46)
Ach, ein Berg. Ich habe das Gefühl 2013 ist mal wieder wandern dran!? Ja und dieses Jahr vielleicht noch der Zella-Mehliser Hausberg. ;)
Ach, ein Berg. Ich habe das Gefühl 2013 ist mal wieder wandern dran!? Ja und dieses Jahr vielleicht noch der Zella-Mehliser Hausberg. ;)
Renate (am 03.07.12 um 14:31)
Schöner Bericht. Habe die Tour über Marangu Route im Sommer 2011 gemacht. Wir waren auch eine 2er Gruppe mit 7 Trägern und 2 Guides. Gigantisches Erlebnis. Zum Eingewöhnen haben wir vorher den Mount Meru bestiegen, der war fast schwieriger als der Kili.
Schöner Bericht. Habe die Tour über Marangu Route im Sommer 2011 gemacht. Wir waren auch eine 2er Gruppe mit 7 Trägern und 2 Guides. Gigantisches Erlebnis. Zum Eingewöhnen haben wir vorher den Mount Meru bestiegen, der war fast schwieriger als der Kili.

Kilimanjaro Teil 6: The Top of Africa
(Tansania, 2012)
Wie bereits kurz im letzten Beitrag erwähnt, startete unser sechster Wandertag am Berg bereits an Tag Nummer 5. Um ca. 22 Uhr hieß es nach einigen wenigen Stunden Schlaf: aufstehen, Tee & Porridge fassen und fertig zum Abmarsch machen. ...weiterlesensuja (am 06.04.12 um 10:23)
Schaut aber doch sehr hochgebirgig aus auf dem Top of Africa (sogar Kletschereiswände), die "nervigen Geröllwüsten" sind auch schön anzusehen (so sehen auch Dreiviertel der Hochanden aus).... Wenn der Waiter zum Guide wird.
Schaut aber doch sehr hochgebirgig aus auf dem Top of Africa (sogar Kletschereiswände), die "nervigen Geröllwüsten" sind auch schön anzusehen (so sehen auch Dreiviertel der Hochanden aus).... Wenn der Waiter zum Guide wird.


Kilimanjaro Teil 5: Aufstieg zum Gipfel-Basecamp Barafu
(Tansania, 2012)
Obwohl der fünfte Tag unserer Tour eigentlich von Strecke und Höhenüberwindung nur ein recht übersichtlicher war, so markierte er doch den Beginn unseres Gipfelsturms und war daher recht spannend und ungewöhnlich. ...weiterlesensuja (am 06.04.12 um 09:29)
So wie fast jeder Teil er Kili-Serie abends an der rotkarierten Tsichdecke im Wohnzimmerzelt endet, dürfte der Gewichtszuwachs eures Abfalls kein Problem gewesen sein
So wie fast jeder Teil er Kili-Serie abends an der rotkarierten Tsichdecke im Wohnzimmerzelt endet, dürfte der Gewichtszuwachs eures Abfalls kein Problem gewesen sein

Kilimanjaro Teil 4: Südumrundung des Kratermassivs
(Tansania, 2012)
Plötzlich war es dann schon Tag Nummer vier unserer insgesamt nur auf ganze sieben Tage angelegten Tour. Er war so ein bisschen wie "die Ruhe vor dem Sturm", da wir für unsere Tagesetappe nicht viel mehr als drei bis vier Stunden Gehzeit benötigten. ...weiterlesensuja (am 06.04.12 um 09:25)
Breakfast Wall? Ein schöner Name, muss man davor und danach frühstücken.
Breakfast Wall? Ein schöner Name, muss man davor und danach frühstücken.

Kilimanjaro Teil 3: Express-Akklimatisation am Lava Tower
(Tansania, 2012)
Nachdem wir bereits am zweiten Aufstiegstag Richtung Kilimajaro-Gipfel bis ins Shira Camp auf immerhin schon 3.900 Höhenmetern aufgestiegen waren, sah Tag 3 eine weitere Höhenakklimatisation vor. ...weiterlesen

Kilimanjaro Teil 2: Eingewöhnung und Aufstieg zum Shira Camp ...
(Tansania, 2012)
Nachdem am Marchame Gate ein Jeep voll Gepäck auf unsere Guides und Träger aufgeteilt war, wir uns ausführlich bei der Parkverwaltung registriert hatten, unser Permit mehrfach inspiziert wurde und die einzelnen Lasten mehrfach nachgewogen und umverteilt wurden, konnte es nach ca. 2 Stunden endlich mit unserer Wanderschaft losgehen. ...weiterlesenKalle (am 05.03.13 um 04:27)
Krass, ein ganzer Hotel-Stab buchstäblich mit am Start. So schön haben´s manche Dauercamper an der Müritz nicht. Der Beitrag kontrastiert deine 2008er Treks erheblich, die hier ja gerade synchron mitlaufen.
Krass, ein ganzer Hotel-Stab buchstäblich mit am Start. So schön haben´s manche Dauercamper an der Müritz nicht. Der Beitrag kontrastiert deine 2008er Treks erheblich, die hier ja gerade synchron mitlaufen.
Andreas (am 25.03.12 um 11:23)
Stimmt, das Gefühl abgezockt zu werden kam bei dieser Tour nie auf. Uns beschäftigte eher die ganzen Tage, wieviel Trinkgeld wir auf unsere Begleiter am Ende der Tour aufteilen sollten - wirklich keine triviale Frage. ...
Stimmt, das Gefühl abgezockt zu werden kam bei dieser Tour nie auf. Uns beschäftigte eher die ganzen Tage, wieviel Trinkgeld wir auf unsere Begleiter am Ende der Tour aufteilen sollten - wirklich keine triviale Frage. ...
suja (am 08.03.12 um 20:09)
Unterwegs wie der Sahib mit Speisezelt und Kellner :-)... Aber irgendwie ist das schon OK, denn so verdienen doch recht viele Leute ein bisschen mit an den Dienstleistungen und man muss nicht das Gefühl haben ...
Unterwegs wie der Sahib mit Speisezelt und Kellner :-)... Aber irgendwie ist das schon OK, denn so verdienen doch recht viele Leute ein bisschen mit an den Dienstleistungen und man muss nicht das Gefühl haben ...

Kilimanjaro Teil 1: Vorbereitungen und ran an den Berg
(Tansania, 2012)
Im Herbst 2011, vom 29.10. bis 16.11., war ich mit meinem langjährigen Reisekumpel Stefan in Tasania. Wir bestiegen dort den höchsten Berg Afrikas, den Mt. Kilimajaro (5.896m). Was wir dabei erlebten soll dieser und ein paar weitere Blogbeiträge mit vielen Bildern erzählen. ...weiterlesenAndreas (am 08.03.12 um 22:20)
Und, hat die Suppe geschmeckt? Passt übrigens prima - auf unserer Tour gab es auch jeden Abend eine Vorsuppe und zwar richtig selbstgemacht, in kreativen Geschmacksrichtungen (z.B. Möre+Ingwer, grüne Paprika, Gurke etc.). Mein persönliches Highlight! ...
Und, hat die Suppe geschmeckt? Passt übrigens prima - auf unserer Tour gab es auch jeden Abend eine Vorsuppe und zwar richtig selbstgemacht, in kreativen Geschmacksrichtungen (z.B. Möre+Ingwer, grüne Paprika, Gurke etc.). Mein persönliches Highlight! ...
suja (am 08.03.12 um 20:01)
Schöne erste Folge, werde gleich nach meiner Suppe den zweiten Teil durchlesen. Wie kamt ihr eigentlich auf Moja Travel?
Schöne erste Folge, werde gleich nach meiner Suppe den zweiten Teil durchlesen. Wie kamt ihr eigentlich auf Moja Travel?
oben
Und noch ein interessanter Artikel über die mühsamen Restaurationsversuche in Angkor ... und was die Inder damit zu tun haben. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/angkor-wat-in-kambodscha-leidet-unter-zu-vielen-besuchern-a-886807.html